Fit for Crossmedia

Claude E. Erbsen, Juan Antonio Giner, u.a. (Hrsg.): Zeitungsinnovationen 2009 Weltreport. Medienfachverlag Oberauer, Salzburg 2009. 86 Seiten. 25 Euro. ISBN 3-901227-29-6

Ein kraftvoller Beleg, "wie sich Zeitungen im digitalen Zeitalter neu erfinden", konstatiert Rupert Murdoch im Vorwort zu diesem Report und und kritisiert gleichzeitig die anhaltende Selbstgefälligkeit der einstigen Monopolisten. Im elften Jahr schon trägt die "Innovation International Media Consulting Group" im Auftrag der "World Association of Newspapers" rund um den Globus beispielhafte Neuerungen der Branche zusammen und stellt sie zur Diskussion.

Die Ausgabe 2009 ist erstmals neben Englisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch und Arabisch auch auf Deutsch zu haben. Sie liefert diesmal vor allem Praxisbeispiele multimedialer Strukturen, Arbeitsabläufe und Produktionen. Der australische Konvergenz-Experte Stephen Quinn schildert plastisch Vormarsch und Motivation der "Mojos", mobiler Journalisten. Berichterstattung in Echtzeit per Handy. Ex-BBC-Mann Justin Kings stellt erfolgreiche Podcast-Projekte aus Großbritannien vor.

Weiterer Schwerpunkt: Social Media. Blogger, so der Weltreport, können Zeitungen helfen, ihre Reichweite zu vergrößern, unerschlossene lokale Content-Schätze zu heben und Leser zu halten. Twitter - allen Vorurteilen zum Trotz - sei nützlich beim Sammeln und Verbreiten von News.

Der Weltreport wendet sich in erster Linie an Entscheider. Aber er bietet auch Anregungen für das redaktionelle Tagesgeschäft. Dazu gibt es Leserumfragen, Interviews und Weisheiten altgedienter Blattstrategen wie Bill Keller von der New York Times, der orakelt: "Guter Journalismus ist nicht billig. Deshalb wird man auch nicht viele Blogs oder Non-Profit-Websites finden, die ein Bagdad-Büro gründen werden."

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