Leicht verdauliche TV-Basics
Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM): Leitfaden für lokale Fernsehmacher. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2011. 226 Seiten. 19,00 EUR. ISBN 978-3-8329-6803-8
Geld ist knapp beim Lokalfernsehen. Noch knapper, als anderswo. So krankt es an vielen Stellen auch an der Aus- und Fortbildung. Die BLM, dessen wohlbewußt, bietet seit vielen Jahren neben ihrem Engagement für diverse Ausbildungsinstitutionen ein spezielles Workshop-Programm. Einige der BLM-Dozenten haben nun Grundweisheiten des Business zusammengetragen und wenden sich mit dem Ergebnis "an alle, die gerade anfangen".
So verrät "Report Mainz"-Aufdecker Gottlob Schober, dass Personennamen in Anführungszeichen gegoogelt werden sollten. Aber er schildert auch, wie wichtig fact checking ist und wo man damit am besten beginnt. Katharina Schickling erklärt die Dramaturgie von TV-Beiträgen, oder was einen guten Protagonisten auszeichnet. Martin Ordolf glättet holprige Textpassagen, Michael Rossié macht fit für den Teleprompter. VJ-Queen Sabine Streich demonstriert die richtige Kamerahaltung und die unvermeidliche 5-Shot-Regel.
Ein Konglomerat anderer Veröffentlichungen wohlbekannter Autoren, also nichts Neues. Aber voller nützlicher Praxistipps, sei es zur Set-Ausleuchtung mit einer Tischdecke, oder zu Tonproblemen unter einer Tram-Oberleitung.
Völlig zu kurz gekommen ist leider das Kapitel Schnitt. Wohlgemeinter Rat aus öffentlich-rechtlicher Perspektive: Dem Cutter öfter mal über die Schulter gucken! Das hilft nicht weiter, wenn man - wie im Vorwort sogar angesprochen - die Filme heutzutage selbst schneiden muss. Auch der inzwischen obligatorische Schritt ins Internet wird ausgeklammert. Dafür gibt es Kapitel zu Medienrecht und -aufsicht, Funkanalyse, Werbung und Sponsoring oder Jugendschutz. Ein BLM-Buch eben.
Vielleicht legen Sie es Ihren Praktikanten und Volontären ja dennoch unter's Kopfkissen?
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kann das Buch direkt bei der BLM bestellt werden.
